2026-01-31

Deutschland im Niedergang – Europa gelähmt


Mein Motto ist heiterer Pessimismus. Seit ich politisch denken kann, geht es mit Deutschland bergab. Aber auf diesem langen Weg nach unten, gibt es noch eine Reihe schöner Tage."

Mit diesem wenig erheiternden Ausspruch wird Jan Fleischhauer, ex- Redakteur von „Der Spiegel“, gelegentlich zitiert.

Reflexartig bin ich geneigt, diese melancholische Resignation als voreilige Selbstaufgabe zurückzuweisen. Schon ein flüchtiger Blick auf die Wirklichkeit, offenbart jedoch, dass Jan Fleischhauer offenbar gar nicht so weit daneben liegt.

1. Deutschlands Weg in die Bedeutungslosigkeit

Die Deutsche Bahn, das wissen alle Deutschen, die sich ihr einmal in gutem Glauben anvertraut haben, operiert seit Jahren ganz in der Nähe des totalen Zusammenbruchs. Einst ein Symbol für Zuverlässigkeit, hat sie sich – insbesondere im Fernverkehr – erheblich verschlechtert. Die DB selbst erklärt die Situation mit veralteter Infrastruktur und einem Baustau und verweist auf Stabilisierungsmaßnahmen und operative Vorkehrungen. Das stimmt zwar, aber die Frage ist berechtigt: “ Wie konnte es so weit kommen? ” Gibt es nicht tieferliegende Gründe, einen Mangel an Gemeinschaftssinn, einen umfassenderen kulturellen Niedergang? Jahrzehntelange Unterinvestitionen in die Infrastruktur sind doch nicht per Zufall, höhere Gewalt oder schlichte Not über uns gekommen.

Die deutsche Chemieindustrie , einst Weltklasse, kämpft mit hohen und nicht planbaren Energiepreisen, die die lokale Produktion unattraktiv machen und Investitionen zu riskanten Spekulationen werden lassen. Zwar spielen auch zyklische Faktoren eine Rolle, doch der Druck war – abgesehen von den Phasen nach verlorenen Weltkriegen – noch nie so stark wie heute. Zunehmende mit Verlagerungstendenzen sollten daher niemand überraschen. Große Chemieunternehmen haben ihre "Anpassungen" explizit mit der neuen Realität nach dem Ende der niedrigen Erdgaspreise in Verbindung gebracht. BASF beispielsweise kündigte die Stilllegung energieintensiver Anlagen und den Abbau von Stellen an und verwies dabei auf die veränderten Rahmenbedingungen, insbesondere im Energiebereich.

Dass Europa billiges russisches Gas gegen teures US-amerikanisches LNG tauschen musste, wird üblicherweise dem russischen Angriff auf die Ukraine zugeschrieben. Obwohl diese Konfrontation nicht als Hauptauslöser abgetan werden kann, entstand sie nicht aus dem Nichts. Sie war von den beiden rivalisierenden Supermächten über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg sorgfältig vorbereitet worden. Unsere Staats- und Regierungschefs akzeptierten klaglos die unbequeme Wahrheit, dass den kleinen europäischen Staaten in diesem Großmachtspiel nichts anderes übrig blieb, als die Rolle zufriedener Vasallen einzunehmen, da dies kurzfristig schlicht die bequemste Alternative für sie darstellte.

Die deutsche Automobilindustrie , einst eine der tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft, wurde unsanft aus ihren Träumen gerissen. Sie versucht nun, im Bereich der Elektromobilität aufzuholen, während ihre Stärken bei Verbrennungsmotoren weiter an Bedeutung verlieren. Die Unternehmen verweisen zwar auf Marktkräfte, die Elektrofahrzeugen ablehnend gegenüber stünden. Doch potenziellen Käufern fehlen schlicht attraktive Angebote. Und die notwendige Ladeinfrastruktur ist noch höchst lückenhaft. Dabei hat die Branche völlig unterschätzt, mit welcher Konsequenz andere Regionen, etwa China, diese Herausforderung angegangen sind. Jetzt findet sie sich unter verschärften wirtschaftlichen Bedingungen in einer Aufholjagd wieder. Offensichtlich steht es nicht gut um die deutsche Automobilindustrie.

In seiner berühmten “Ruck-Rede” [1] forderte der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog (1994–1999) damals bereits eine grundlegende Reform in Deutschland. Es mag seither einige kleinere Ruckeleien gegeben haben.  Die Situation hat sich im Wesentlichen jedoch nicht verändert.

Am 24. Januar 2026 äußerte sich sogar Marie-Agnes Strack-Zimmermann, eine überzeugte Transatlantikerin, die sonst für ihren rüden Ton und ihre inakzeptablen Botschaften bekannt ist, in dem Newsletter “The Pioneer” [2] zur Abwechslung einmal eine schlichte zwar, aber eben doch Wahrheit …

Wenn wir diese Kleinstaaterei weitermachen in Europa, werden wir von den USA, von den Chinesen und Russen schlichtweg verspeist werden ”

... und ...

"Dadurch, dass wir eben keinen verlässlichen Partner mehr in den Vereinigten Staaten haben und sehen, dass die USA, China und Russland anfangen, diesen Globus unter sich aufzuteilen, ist ein starkes Europa überlebenswichtig. Und dazu gehört eine starke Wirtschaft."

Es ist eher fraglich, ob wir jemals einen “verlässlichen Partner in den Vereinigten Staaten” hatten. Vielmehr charakterisiert der Begriff “glücklicher Vasall”, der in den jüngsten Debatten in Davos [3] zu einem stehenden Begriff geworden ist, unsere Rolle bis heute.

Die drei oben genannten, zufällig ausgewählten Beispiele verdeutlichen bereits die dringende Notwendigkeit zum Handeln. Doch wir sind ja nicht allein. Es gibt ja noch unsere europäischen Bruderstaaten. Gemeinsam sind wir doch stark, nicht wahr? Wie sieht die Lage denn dort aus?

2. Und Europa?

Die EU zeigt eher Anzeichen einer weiteren Auflösung. Schon ihr Name ist ein Euphemismus. Dieser lose Staatenbund ist weit davon entfernt, einer "Union" zu ähneln. Eher lässt er sich mit einem Pokerspiel vergleichen, bei dem jeder Spieler mit verdeckten Karten spielt und versucht, so viel wie möglich für sein jeweiliges Heimatland aus dem großen Topf herauszuholen. Und tatsächlich muss jedes Mitglied des politisch bestimmenden Ministerrats in erster Linie seinem rein nationalen Mandat nachkommen.

Dort sind wir wohl Weltmeister im Streiten und Zanken. Wir finden nur dann Einigkeit, wenn unser großer Bruder von der anderen Seite des Atlantiks uns sprichwörtlich, “mit sanfter Stimme und einem dicken Knüppel in der Hand” [1], in die von ihm gewünschte Richtung lenkt.

Dieser neue Ton von der anderen Seite des Atlantiks ber überrascht uns, obwohl er es eigentlich nicht sollte. James Dorsey, Senior Fellow an der S. Rajaratnam School of International Studies (RSIS) der Nanyang Technological University of Singapore (NTU), erklärte gegenüber Lianhe Zaobao, Donald Trump sei einfach “freimütiger” als frühere US-Präsidenten.

Wenn seine Vorgänger in einem Land intervenierten, ging es ihnen vordergründig um die Förderung von Demokratie und Menschenrechten – das waren die angesprochenen Themen. Donald Trump dagegen spricht Klartext: Es geht um Dominanz. ‚Das ist unsere Hemisphäre, und wir werden sie beherrschen.‘”

Beunruhigen sollte uns die Ansicht, die Professor Calvin Jillson vom Institut für Politikwissenschaft der Southern Methodist University vertritt . Seiner Wahrnehmung nach scheint Donald Trump eine globale Vision zu verfolgen, in der regionale Hegemonialmächte die Oberhand haben: “die USA in den Amerikas, Russland in Europa und China in Asien”.

Wenn auch nur ein Fünkchen Wahrheit daran ist, sollte dies Anlass zur Sorge für die europäische Bevölkerung geben – nicht für ihre politischen Führer, die nur vier oder fünf Jahre in die Zukunft blicken und dann auch nur mit einem festen Blick auf ihre persönliche Karriere.

Es gibt jedoch auch unvoreingenommene Beobachter der Szene. Mit Blick auf den derzeit tobenden Ukraine-Krieg schloss Jvan Ricciardella am 24. Januar 2026 seinen LinkedIn-Beitrag “Europa am Scheideweg der Realität ” wie folgt ab:

Die Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau durch Frankreich, Italien und Deutschland signalisiert keine plötzliche Kompromissbereitschaft, sondern die verspätete Anerkennung einer Wirklichkeit, mit der Europa sich schwer getan hat: Dieser Krieg lässt sich nicht auf Dauer mit Parolen, Sanktionen und moralischem Absolutismus bewältigen. Die institutionelle Starrheit der Europäischen Union, Großbritanniens reflexartige Eskalation, Amerikas selektiver Rückzug und die Aushöhlung globaler Vermittlungsstrukturen schaffen eine Landschaft, in der die alten Regeln nicht mehr gelten. Europa steht nun am Scheideweg und muss sich entscheiden: Entweder es passt sich einer multipolaren Realität an oder es klammert sich an den Narrativ einer fiktiven Einheit, der weder den herrschenden  Machtverhältnissen noch der Glaubwürdigkeit möglicher Konsequenzen noch entspricht. Je länger eine glaubhafte Entscheidung hinausgezögert wird, desto höher wird der Preis sein – nicht nur für die Ukraine, sondern für Europa selbst.

Die ernüchternde Erkenntnis sickert langsam in die Köpfe unserer vermeintlichen Meinungsführer ein. Am 24. Januar 2026 kommentierte Henry Farrell [4] die ersten zaghaften, trotzigen Reaktionen:

Die Europäer wurden schließlich so weit in die Enge getrieben, dass sie zurückschlugen. Wie der belgische Premierminister es ausdrückte: ‚ Als glücklicher Vasall zu leben ist eine Sache, als elender Sklave zu existieren eine ganz andere .‘ [5] Es war klar, dass die Europäer endlich bereit waren, sich Donald Trump zu widersetzen.”

Andere, berufsbedingt positiv gestimmt, weisen auf die Chancen hin, die diese Situation bieten mag. Im Anschluss an das große Ritual von Davos schrieb Nick Studer, CEO von Oliver Wyman und Marsh Management Consulting, am 24. Januar 2026 im Oliver-Wyman-Newsletter …

Europa kam unter enormem Druck nach Davos: Zölle, Ukraine, Energiesicherheit und sogar Grönland. Die Stimmung war deutlich anders als 2025, als die Sorge um Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund stand. In diesem Jahr verlagerte sich der Fokus auf Handlungsfähigkeit.

Nirgends wurde dies deutlicher als im Verteidigungsbereich. Europa übernimmt deutlich mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit und erhöht die Militärausgaben massiv, insbesondere für Ausrüstung und Spitzentechnologien. Dies ist eine strategische Notwendigkeit und birgt zudem das Potenzial, die Wirtschaft in der gesamten EU und im NATO-Europa, einschließlich Großbritanniens, anzukurbeln, sofern die Umsetzung mit den ambitionierten Zielen Schritt hält.

Jenseits des Verteidigungsbereichs entstand die Spar- und Investitionsunion als Versuch, Billionen an Ersparnissen in KI, Dateninfrastruktur, industrielle Erneuerung und die Energiewende zu lenken. Europa mangelt es nicht an Kapital. Es mangelt an einem funktionierenden Finanzierungssystem, an Geschwindigkeit und an Willen. Die nationalen Regierungen können viel tun, und auch die EU muss ihr Tempo erhöhen. Diese Lücke bleibt Europas größtes Hindernis.

Europas Chancen sind real, aber nur für Organisationen, die bereit sind, mit Fragmentierung, Herausforderungen bei der Standardisierung und einer langsameren Umsetzung politischer Maßnahmen umzugehen. Die Gewinner werden das Ökosystem mitgestalten, anstatt darauf zu warten, dass es sich stabilisiert .

3. Europa am Scheideweg

Man kann es förmlich spüren: Europa befindet sich an einem Wendepunkt, einem jener Momente, die sich in der Geschichte nur wenige Male ereignen und der nicht zu Verzweiflung, sondern zu Klarheit, Würde und Erneuerung aufruft. Hatten die letzten Jahre den Kontinent in eine defensive Haltung gedrängt, ihn als Opfer des Wettstreits zwischen den USA und China beschrieben, ihn durch interne Spannungen ausgebremst und ihn in Sorge um den Verlust seiner nach dem Kalten Krieg gewonnenen Gewissheiten versetzt, so erfordern die kommenden Jahrzehnte eine andere Haltung: Aufrecht statt gebeugt, die Opfer-Sprache ablegen und ein gesundes Selbstvertrauen zurückgewinnen, das Europa einst zur Wiege von Ideen, Diplomatie, Innovation und institutioneller Vision machte.

Was Europa heute erlebt, ist das Ende eines jahrhundertelangen Zyklus: das Zeitalter der westlichen Hegemonie, die auf technologischer Überlegenheit, kolonialem Einfluss, finanzieller Dominanz und kultureller Ausstrahlung beruhte. Diese Ära, für die der fragwürdige Begriff der “regelbasierten Weltordnung” geprägt wurde, neigte sich schon seit geraumer Zeit dem Ende zu. Nun scheint sie endgültig vorbei zu sein. Die Zahl der Staaten, die mitentscheiden wollen, hat sich vergößert, die einst dem Westen vorbehaltenen Fähigkeiten, haben sich über den Globus verteilt. Neue Zentren wirtschaftlicher Stärke und Kompetenz sind entstanden. Eine Zeit lang genoss Europa eine ruhige und bescheidene Blütezeit im Schatten der amerikanischen Hegemonie. Doch mit dem Ende der amerikanischen Hegemonie wird Europa unsanft aus seinen Träumen gerissen. Seine Stagnation rührte von der Illusion her, die Welt würde sich auf unbestimmte Zeit um ein westliches Zentrum drehen, während China aufstieg, Mächte in der zweiten Reihe an Einfluss gewannen und die USA ihre imperiale Überdehnung zu spüren bekamen.

4. Was können wir also tun?

Ja, was können wir dagegen tun? Die Antwort auf diese drängende Frage ist offensichtlich, simpel, aber schwer umzusetzen: Europäer vereint euch!

Anders als bei der gegenwärtigen EU brauchen wir ein Europa als eine Einheit, die selbstbewusst, souverän, unabhängig, stark in den Schlüsselbereichen Wirtschaft, Verteidigung und Soft Power, glaubwürdig, zuverlässig und weltweit respektiert ist, nach außen hin monolithisch einheitlich wirkt, intern vielfältig ist, ihren kulturellen Reichtum widerspiegelt und ihren eigenen Idealen und Werten gerecht wird – kurzum, einen Vielvölkerstaat, der schlicht “Europa” genannt werden kann.

Wer ist also “wir”? Nun, es sind wir alle – wir, das Volk. Unsere gewählten Vertreter werden uns nicht retten. Sie werden von ganz anderen, tiefer liegenden Kräften angetrieben. Offensichtlich werden Vertreter gewählt, um die Politik zum Wohle des Volkes zu gestalten und ihnen so die Freiheit zu lassen, ihrem bürgerlichen Lebensunterhalt nachzugehen. Theoretisch sind diese Vertreter verpflichtet, den Willen ihrer Wähler zu vertreten. In der Praxis jedoch, sobald sie sich im Machtzentrum der Macht, fernab ihrer Heimat, etabliert haben, können sie im Grunde tun, was sie wollen, wie der Washingtoner Korrespondent William Greider in seinem 1992 erschienenen Buch “Wer wird es dem Volk sagen ? freimütig beschreibt . 

Es ist ganz offensichtlich die Aufgabe einer Basisbewegung, einer Gemeinschaft, die sich konsequent ihren Zielen verpflichtet fühlt und deren interne Struktur nicht, wie üblicherweise der Fall, Psychopathen an die Spitze befördert, die vom absoluten Willen zur Macht getrieben werden. Eine Bewegung, die Politik als Aufgabe ernst nimmt und sie anders betreibt als bisher üblich.

Diese Bewegung existiert bereits. Sie ist noch klein. Sie muss und wird wachsen und sich auf alle europäischen Länder ausbreiten, die in der liberalen Tradition der europäischen Aufklärung stehen.

Sie wird von innen und von unten wirken und unsere Zukunft beeinflussen: Die Europäer für den Planeten.


[1] Wie Theodore Roosevelt, der 26. Präsident der Vereinigten Staaten, am 2. September 1901 in einer öffentlichen Rede auf der Minnesota State Fair (kurz vor seinem Amtsantritt als Präsident) bekanntlich verkündete.


2026-01-30

Germany in decline – Europe paralyzed


"My motto is cheerful pessimism. Since I can think politically, Germany has been going downhill. But on this long road down, there are still a number of beautiful days."

Jan Fleischhauer, former editor of Der Spiegel, is occasionally quoted as uttering this rather sobering statement.

My reflexive inclination is to dismiss this melancholic resignation as premature self-abandonment. A thorough reality check however reveals that Jan Fleischhauer seems to be not so far off the mark.

1. Germany's path to insignificance

The "Deutsche Bahn", as all Germans who have ever entrusted themselves to it in good faith know, has been operating for years on the brink of total collapse. Formerly an iconic symbol of reliability, has degraded materially - particularly in long-distance operations. DB’s own reporting frames the situation as a consequence of aging infrastructure and construction backlogs, and it references stabilisation efforts and operational measures. Yes, true, but the question is legitimate: "How did we get there?" Aren’t there deeper-rooted reasons, some lack of community spirit, a wider cultural decline, rather than just occasional infrastructure underinvestment over decades?

Germanys chemical industry, once world class, is struggling as high and unpredictable energy prices let local production appear unattractive and investments resembling gambles. Although there might be cyclical factors at work as well, never before, with exception of phases after lost world wars, the pressure was felt that intense, increasingly being associated with relocation trends. Major chemical players have explicitly linked "adjustments" to the post-cheap-gas reality. BASF e.g. announced shutdowns of energy-intensive capacity and job reductions with references to changed conditions, including energy.

The fact that Europe had to exchange cheap Russian gas for expensive US LNG is usually attributed to Russia's attack on Ukraine. While this confrontation cannot be dismissed as the core trigger, it did not arise out of nowhere. It had been carefully crafted by the two rival superpowers over two and a half decades. Our leaders meekly accepted the inconvenient truth that the tiny European states had no choice in this game of great powers but to take the role of happy vassals because, in the short term, it was simply the most convenient alternative for them.

The German automotive industry, once one of the pillars of the German economy, has been rudely awakened from its dreams. It is now playing catch-up in the electric mobility sector, while its strengths in the field of combustion engines are becoming less and less relevant. While companies are pointing to market forces that are averse to electric vehicles, potential buyers are missing attractive offers and the necessary charging infrastructure. Having completely misjudged cost curves, China’s scale and speed, the sector is now operating in a catch-up mode under now harsher competitive economics. So, there is obviously something rotten in the automotive state of Germany.

In his famous "jolt speech" [1], former German President Roman Herzog (1994–1999) already back then called for a shake-up in Germany. There may have been a few minor tremors since then, but the situation has not changed substantially.

On January 24, 2026, even Marie-Agnes Strack-Zimmermann, a staunch transatlanticist who is otherwise known for her rude tone and unacceptable messages, said something simple but true on "The Pioneer" [2], advocating for a change...

"If we continue with this petty statism in Europe, we will simply be eaten up by the US, the Chinese, and the Russians."

... and ...

"Because we no longer have reliable partners in the United States and we see that the US, China, and Russia are beginning to divide up the globe among themselves, a strong Europe is vital for our survival. And that includes a strong economy."

It is rather questionable whether we ever had a "reliable partner in the United States". Rather the term "happy vassal", that has become a term of art in the recent debates in Davos [3], characterises our role up to today.

The three randomly selected examples above alone do highlight the need for action. But we are not alone. There still are our "European compatriots". Together we are strong, right? So, what is the situation there?

2. And Europe?

The EU is rather showing signs of further disintegration. Even its name is a euphemism. This loose confederation of states is far from likening a "union," more comparable to a poker game in which each player plays with hidden cards and intending to get as much as possible for their respective home country out of the big pot. And in fact, each member of the politically decisive Council of Ministers must first and foremost fulfil their purely national mandate.

We are probably world champions when it comes to arguing and tussling. We only find unity when our big brother from across the pond proverbially steers us in the desired direction "speaking softly while carrying a big stick." [1]

This new tone from across the Atlantic surprises us, although it shouldn’t. James Dorsey, a senior fellow at the Nanyang Technological University of Singapore (NTU) S. Rajaratnam School of International Studies (RSIS), told Lianhe Zaobao that Donald Trump is just "more candid" than past US presidents.

"When his predecessors intervened in the country, it was to promote democracy, human rights, those were the issues that were raised. Donald Trump is blunt about it. This is about dominance. ‘This is our hemisphere, and we are going to dominate it.’"

An even more disturbing view is conveyed by Professor Calvin Jillson, Department of Political Science, Southern Methodist University. To his perception Trump seems to have a global vision in which regional hegemons hold sway, "the US in the Americas, Russia in Europe and China in Asia".

If there is even a grain of truth in this, it should be cause for concern among the European population—not among their political leaders, who only look four or five years ahead and then only with a firm eye on their personal careers.

There are however clear-eyed observers of the scene. With respect to the currently raging Ukraine war, on January 24, 2026 Jvan Ricciardella concluded his LinkedIn post "Europe at the Crossroads of Reality":

"The reopening of dialogue with Moscow by France, Italy, and Germany does not signal a sudden embrace of compromise, but the delayed acknowledgment of a truth Europe has struggled to face: this war cannot be managed indefinitely through slogans, sanctions, and moral absolutism. The European Union’s institutional rigidity, Britain’s reflexive escalation, America’s selective disengagement, and the erosion of global mediating structures together form a landscape in which the old rules no longer apply. Europe now stands at a crossroads, forced to choose between adapting to a multipolar reality or clinging to a fractured narrative of unity that no longer corresponds to power, credibility, or consequence. The longer this choice is deferred, the higher the price will be—not only for Ukraine, but for Europe itself."

The sobering realization is slowly sinking into the minds of our supposed thought leaders. On Jan 24, 2026 Henry Farrell commented [4] on the first timidly defiant reactions:

"The Europeans were finally pushed to the point where they pushed back. As Belgium’s prime minister put it, ‘Living as a happy vassal is one thing, existing as a miserable slave is another.’ [5] It was clear that the Europeans were finally becoming willing to retaliate against Trump."

Others, dictated by their profession point to the chances, this situation may offer. In the wake of the big Davos happening Nick Studer, CEO Oliver Wyman and Marsh Management Consulting, wrote on January 24, 2026 in the Oliver Wyman newsletter …

"Europe arrived in Davos under intense pressure: tariffs, Ukraine, energy security, and even Greenland. The mood was notably different from 2025, when concern over regulation and competitiveness dominated. This year, the conversation shifted toward agency.

Nowhere was this clearer than in defence. Europe is taking far greater responsibility for its own security, with sharply increased military spending, especially on hardware and advanced technologies. This is a strategic necessity but also has the potential to become economic stimulus across the EU and NATO Europe, including the UK, provided execution keeps up with ambition.

Beyond defence, the Savings and Investments Union emerged as an attempt to channel trillions in savings towards AI, data infrastructure, industrial renewal and the energy transition. Europe does not lack capital. It lacks a functioning financing continuum, speed, and will. There is much that national governments can do, and the EU must accelerate too. That gap … remains Europe's biggest constraint.

Europe's opportunity is real, but only for organizations prepared to navigate fragmentation, standardization challenges, and slower policy execution. The winners will help shape the ecosystem, not wait for it to settle."

3. Europe at the crossroads

You can practically feel it: Europe has arrived at a critical moment, one of those, which occur only a few times in history, one that calls not for despair but for clarity, dignity, and renewal. If recent years have pushed the continent into a defensive posture, cast as a victim caught between the United States and China, slowed by internal frictions, and anxious about the erosion of its post-Cold War certainties, the decades ahead demand a different stance: standing upright rather than crouched, shedding the language and psychology of victimhood, and reclaiming the confidence that once made Europe a cradle of ideas, diplomacy, craftsmanship, and institutional imagination.

What Europe experiences today, is the winding down of a centuries-long cycle: the age of Western hegemony built on technological excellence, colonial reach, financial dominance, and cultural authority. That era, for which the questionable term "rule-based world order" was coined, was fading for quite a while. Now it seems to be over. The world has broadened. capabilities have dispersed. New centres of economic gravity and competence have emerged. For a while Europe enjoyed a quiet and modestly prosperous time in the backwaters of the American hegemony. With the American hegemony coming to an end however, Europe find itself rudely awakened. Its stagnation arose from the illusion that the world would orbit indefinitely around a Western centre while China rose, second line powers grew and the US overplayed its cards.

4. So, what can we do?

Yes, what can we do about it? The answer to this overwhelming question is obvious, simple, but difficult to implement: Europe unite!

Other than the current EU, we need a Europe as an entity that is self-confident, sovereign, independent, strong in terms of economy, defence and soft power, credible, reliable and globally respected, appearing monolithic to the outside world, diverse internally, reflecting its cultural richness, living up to its own ideals and values – in short, a multi-nation state, simply called "Europe".

Who then is "we"? Well, It’s us – we, the people. We will not be salvaged by our elected representatives. They are driven by quite different, more intrinsic forces. Apparently, representatives are elected to establish policies for the people’s benefit, hereby leaving them free to pursue their livelihoods, which often is demanding enough. In theory, those representatives are sworn to reflect the will of those who elected them. In practice, once ensconced in ruling centre of gravity, far from their home bases, they are free to do pretty much as they please as Washington correspondent William Greider candidly describes in his 1992 book "Who Will Tell The People?"

It is quite obviously the task of a grassroots movement, a community that is consistently committed to its goals, whose internal structure does not, as is usually the case, propel psychopaths to the top to wield power, that takes politics seriously and conducts it differently than has been customary up to now.

This movement already exists. It is still small. It must and will grow, spreading to all European countries that stand in the liberal tradition of the European Enlightenment.

It will work from within and from below, and it will influence our future: The Europeans for the Planet.


[1] As Theodore Roosevelt, 26th President of the United States famously proclaimed in a public speech on September 2, 1901, at the Minnesota State Fair (shortly before becoming president)


Deutschland im Niedergang – Europa gelähmt

“ Mein Motto ist heiterer Pessimismus. Seit ich politisch denken kann, geht es mit Deutschland bergab. Aber auf diesem langen Weg nach unten...