2026-07-24

Von der Lähmung zum Handeln – ein schrittweiser Ansatz

Die Menschheit steht vor großen Herausforderungen.

Dies ist eine bekannte Tatsache. Wir haben in unserer letzten Artikelreihe „Warum wir die Europäer des Planeten brauchen“, die am Freitag, dem 10. Juli 2026, veröffentlicht wurde, wiederholt darauf hingewiesen.

Es besteht keine Notwendigkeit, sich hier zu wiederholen. Wir stehen mit unseren politischen Forderungen auch nicht allein.

Zugegebenermaßen gibt es eine ausgeprägte und wachsende „Retro“-Bewegung  , die schlichtweg leugnet, dass wir – global und insbesondere in Europa – auf eine ökologische Katastrophe zusteuern, uns politisch von unseren früheren Freiheitsidealen entfernen und mit Wirtschaftsmodellen operieren, die langfristig nicht wie erwartet funktionieren können. In einigen Ländern sind diese Vertreter bereits an der Macht. Dort werden erneuerbare Energien – unter offener Missachtung aller Warnzeichen – behindert oder gar verboten, bereits eingetretene menschengemachte Veränderungen heruntergespielt und wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert.

Dennoch teilt ein Großteil der Bevölkerung – vielleicht sogar die überwiegende Mehrheit – die Ansicht, dass wir wirtschaftlich umsteuern müssen, um die Grundlagen unseres Lebens langfristig zu sichern. Darüber hinaus bestreitet kaum eine der verbleibenden „gemäßigten“ Regierungen, dass derzeit zu viele Menschen zu viele Ressourcen verbrauchen oder dass es keinen glaubwürdigen technologischen Durchbruch gibt, der es uns ermöglichen würde, die gegenwärtigen Konsum-, Landnutzungs- und Emissionsmuster ohne tiefgreifende Strukturveränderungen fortzuführen.

Die Worte sind gesprochen, aber wo bleiben die Taten?

Idealerweise sollte unser gewähltes politisches Establishment handeln – idealerweise. Und genau darin liegt das Problem. Wir delegieren unser politisches Mandat – auf das wir als Bürger einer Demokratie ein Anrecht haben – für die kommende Legislaturperiode an Berufspolitiker.

Entscheidungen, die letztlich unsere langfristige Zukunft bestimmen, liegen somit in den Händen einer professionellen politischen Klasse, für die die Wiederwahl in der Regel wichtiger ist als die Erfüllung ihrer langfristigen Verantwortung. Mit der Zeit ist ihre ursprüngliche Funktion immer mehr in den Hintergrund getreten. Da sie sich auf kurzfristige Ergebnisse konzentrieren, halten sie sich selten an ihre Wahlversprechen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig:

  • Zeit – Nachhaltige Veränderungen brauchen Zeit, um Wirkung zu zeigen. Doch eine Legislaturperiode – in der sich ein gewählter Abgeordneter erst beweisen muss – dauert nur vier bis fünf Jahre. [1] , [2]

  • Konsequenz – Maßnahmen, die auf dauerhaft bessere Bedingungen abzielen, erfordern oft sogenannte „unangenehme Entscheidungen“. Da kurzfristige Entscheidungen jedoch belohnt werden, sind solche Entscheidungen absolut tabu. Daher entscheiden sich die Verantwortlichen für die zweitbeste Alternative – oder sogar für eine noch schlechtere. [3] , [4]

  • Fehlerhafte Selektion – Die gegenwärtige Politik wirkt wie ein Magnet für machthungrige Egomanen, eitle Selbstdarsteller und mitunter sogar Betrüger. Im Grunde sind sie „Wölfe im Schafspelz“: Vor der Wahl schmeicheln sie mit den schönsten Worten und machen die blumigsten Versprechungen – nur um nach ihrer Wahl ihre wahren, verborgenen Ziele zu verfolgen. [5] , [6] , [7]

  • Der Führerkult – Obwohl uns die Geschichte gelehrt haben sollte, dass das Setzen unserer Hoffnungen auf starke „Führer“ – Gestalten, die versprechen, wie ein wiederauferstandener Herkules alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und uns in eine strahlende Zukunft zu führen – meist unseren Untergang oder zumindest unseren Niedergang bedeutet, verfallen wir immer wieder dem Ruf „starker Männer und Frauen“ und fordern sie geradezu ein. [8]

Ein Aufruf zum Handeln

Die Liste ließe sich fortsetzen – und das wird auch so bleiben.

Und wir, das Volk, fühlen uns hilflos. Wir sind zu sehr mit unseren täglichen Pflichten beschäftigt oder fallen gar radikalen Demagogen am extremen Ende des politischen Spektrums zum Opfer.

Es ist keineswegs sicher, wie sich diese Situation entwickeln wird: ob gar nichts passiert, ob die Maßnahmen zu spät kommen und unzureichend sind oder ob wir uns sogar in die falsche Richtung bewegen.

Vielleicht sollten wir wirklich etwas dagegen unternehmen!

Nun, das sollten wir. Und hier ist der Aufruf zum Handeln: Wir haben uns auf sieben Schlüsselelemente unserer Botschaft beschränkt – einige sind nicht besonders originell, während andere radikal anders als die Norm erscheinen mögen.

Die sieben Schlüsselelemente, die in den kommenden Wochen etwas ausführlicher besprochen werden, liefern Antworten auf die folgenden Fragen…

  1. Wozu überhaupt eine politische Partei?
  2. Warum haben wir Europäer eine deutsche Partei gegründet?
  3. Warum bezeichnen wir unsere Gemeinschaft als „Mitgliederpartei“?
  4. Warum wollen wir, dass wir alle Teilzeitpolitiker sind – und niemand Berufspolitiker?
  5. Warum stellen wir das Programm strikt über die Person?
  6. Warum entscheiden wir uns für einen „langweiligen“, aber konsequenten Ansatz ohne den üblichen Aufwand?
  7. Warum es ein politisches Orakel geben sollte, das jedem Teilzeitpolitiker unsere Weltanschauung erklärt.

Die Antworten auf diese Fragen fallen zweifellos in eine schwierige Kategorie – die der effektiven Umsetzung. Und genau darauf wird sich diese Reihe ab dem kommenden Freitag konzentrieren.

Bleiben Sie also dran.


[1] Jacobs, AM (2011). Langfristiges Regieren: Demokratie und die Politik der Investitionen . Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/CBO9780511921766

  • Jacobs ist die wichtigste akademische Quelle für die intertemporale Logik hinter unseren Stichpunkten „Zeit“ und „Konsequenz“. Sein Konzept der „politischen Investition“ erfasst genau das von Ihnen beschriebene Dilemma: Politische Akteure müssen oft sichtbare Kosten jetzt in Kauf nehmen, um erst viel später Nutzen zu erzielen. Das macht langfristige Entscheidungen politisch heikel, insbesondere wenn die Aufmerksamkeit der Wähler, die institutionellen Kapazitäten und organisierte Interessen kurzfristige Ziele bevorzugen. Die Einleitung der Universität Cambridge bestätigt Titel, Autor, Verlag, Erscheinungsjahr und den Fokus des Buches auf „Demokratie und die Politik der Investition“.

[2] Boston, J. (2017). Regieren für die Zukunft: Gestaltung demokratischer Institutionen für eine bessere Zukunft . Emerald Publishing.

  • Bostons Buch thematisiert direkt den kurzfristigen demokratischen Ansatz, oder, wie er es nennt, die „gegenwartsbezogene Voreingenommenheit“: die Tendenz von Regierungen, kurzfristigen politischen Erwägungen übermäßiges Gewicht beizumessen und dabei das langfristige Gemeinwohl zu vernachlässigen. Dies deckt sich nahezu vollständig mit unserer Argumentation, insbesondere dort, wo Sie die vier- oder fünfjährigen Legislaturperioden des Parlaments als strukturell unvereinbar mit ökologischen, fiskalischen und zivilisatorischen Zeithorizonten kritisieren. Emeralds Beschreibung bestätigt, dass sich das Buch auf eine umsichtige, langfristige demokratische Regierungsführung und die institutionelle Herausforderung des kurzfristigen Denkens konzentriert.

[3] Weaver, RK (1986). Die Politik der Schuldvermeidung. Journal of Public Policy, 6 (4), 371–398. https://doi.org/10.1017/S0143814X00004219

  • Weaver argumentiert, dass Politiker oft stärker motiviert sind, die Schuld für unpopuläre Maßnahmen abzuwälzen, als sich für gute Politik zu profilieren. Dies deckt sich direkt mit unserer These, dass notwendige, aber unangenehme Entscheidungen aufgeschoben, abgeschwächt oder durch zweitklassige Alternativen ersetzt werden. Die RePEc/Cambridge-Publikation fasst die These des Artikels zusammen: Der Anreiz, Schuld abzuwälzen, führt zu Strategien wie der Einschränkung der Tagesordnung, der Sündenbocksuche und dem Abwälzen der Verantwortung.

[4] Pierson, P. (1994). Der Abbau des Wohlfahrtsstaates? Reagan, Thatcher und die Politik des Sparens . Cambridge University Press.

  • Pierson ist hinsichtlich des Punktes „Konsequenz“ hilfreich, da er erklärt, warum schmerzhafte politische Veränderungen so schwierig umzusetzen sind. Sparpolitik unterscheidet sich von Expansionspolitik: Der Entzug von Leistungen oder das Auferlegen von Verlusten mobilisiert Widerstand, fördert die Vermeidung von Schuldzuweisungen und veranlasst Regierungen oft dazu, betroffene Gruppen zu verbergen, zu spalten oder zu entschädigen. Dies untermauert unsere These, dass Politiker häufig „unangenehme Entscheidungen“ vermeiden, und zwar in einer präziseren institutionellen Sprache. Die Beschreibung von Cambridge stellt fest, dass Sparmaßnahmen nur unter bestimmten politischen Strategien erfolgreich sind, darunter die Spaltung der Anhängerschaft, die Entschädigung der Betroffenen oder das Verbergen der Auswirkungen vor Kritikern.

[5] Besley, T. (2005). Politische Selektion. Journal of Economic Perspectives, 19 (3), 43–60. https://doi.org/10.1257/089533005774357761

  • Besley liefert einen etablierten politökonomischen Rahmen, um zu analysieren, wer in die Politik geht und wie institutionelle Strukturen die Qualität politischer Führung beeinflussen. Dies bietet eine wissenschaftlich fundiertere Unterstützung für unseren Abschnitt „Fehlerhafte Selektion“ als rein polemische oder psychologische Argumente. Es ermöglicht die These, dass das Problem nicht allein in persönlichem moralischem Versagen liegt, sondern in der Art und Weise, wie politische Systeme bestimmte Personengruppen auswählen, belohnen und fördern. Die AEA-Seite bestätigt die Details des Artikels und fasst die zentrale Frage zusammen: Wie prägen politische Institutionen den Aufstieg politischer Akteure?

[6] Blais, J., & Pruysers, S. (2017). Die Macht der dunklen Seite: Persönlichkeit, die Dunkle Triade und politischer Ehrgeiz. Personality and Individual Differences, 113 , 167–172. https://doi.org/10.1016/j.paid.2017.03.029

  • Dies ist für unser Argument der „fehlerhaften Selektion“ von hoher Relevanz, sollte aber mit Vorsicht interpretiert werden. Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen politischem Ehrgeiz und der sogenannten Dunklen Triade: Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie. Sie beweist nicht , dass Politiker als Gruppe pathologisch sind, liefert aber empirische Belege für die Befürchtung, dass bestimmte dunkle Persönlichkeitsmerkmale mit politischem Ehrgeiz einhergehen könnten. Dies verleiht unserer etwas provokanten Argumentation eine fundiertere Beweisgrundlage. Im Abstract und in den Auszügen des Artikels wird erwähnt, dass die Studie das HEXACO-Modell und die Merkmale der Dunklen Triade als Prädiktoren für aufkeimenden politischen Ehrgeiz untersuchte.

[7] Łobaczewski, AM (2007). Politische Ponerologie: Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen, angepasst an politische Zwecke (A. Chciuk-Celt, Übers.; 2. Aufl.). Red Pill Press.

  • Betrachten Sie diese Quelle als provokante politisch-psychologische Warnung und nicht als etablierte empirische Autorität. Sie passt zu unserer Metapher vom „Wölfen im Schafspelz“ und unserer Befürchtung, dass destruktive Persönlichkeiten politische Systeme ausnutzen können. Da das Buch jedoch kontrovers ist und nicht zum Standardkanon der Politikwissenschaft gehört, empfehle ich, es zusammen mit Besley (2005) und Blais und Pruysers (2017) zu lesen. Open Library bestätigt die Angaben zur zweiten Auflage von 2007, zum Untertitel, zum Verlag, zum Übersetzer und zur ISBN.

[8] Brown, A. (2014). Der Mythos des starken Führers: Politische Führung im modernen Zeitalter . Basic Books.

  • Brown stellt die gängige Annahme infrage, dass Führungskräfte, die Kollegen, Institutionen und Entscheidungsprozesse dominieren, zwangsläufig am effektivsten sind. Er argumentiert, dass kooperative, kollegiale und institutionell verankerte Führung oft erfolgreicher ist als das inszenierte Modell des „starken Führers“. Dies untermauert unsere These, dass Gesellschaften immer wieder aggressive persönliche Dominanz mit echter politischer Kompetenz verwechseln. Die Verlagsbeschreibung stellt ausdrücklich fest, dass Brown die weitverbreitete Ansicht infrage stellt, dominante Führungskräfte seien die erfolgreichsten oder bewundernswertesten.

From paralysis to action - a stepwise approach

Humanity faces major challenges.

This is a well-known fact. We have pointed it out repeatedly in our last series “Why we need the Europeans of the Planet”, published on Friday, 2026-07-10.

There is no need to repeat ourselves here again. Nor do we stand alone with our political demands.

Admittedly, there is a distinct and growing "retro" movement that simply denies we are heading — globally and especially in Europe — toward an ecological catastrophe, drifting politically away from our former ideals of freedom, and operating under economic models that cannot function as expected in the long run. In some countries, they are already in power. There, in open disregard of all warning signs, renewable energies are obstructed or even banned, man-made changes that have already occurred are downplayed, and scientific findings are ignored.

Nevertheless, a large part of the population—perhaps even the vast majority—shares the view that we need to change course economically to preserve the foundations of our lives in the long term. Furthermore, hardly any of the remaining "moderate" governments denies that too many people are currently consuming too many resources, or that there is no credible technological breakthrough that would allow us to continue present patterns of consumption, land use and emissions without deep structural change.

The words are spoken, but where are the actions?

Ideally, it is our elected political establishment that should be taking action—ideally. And therein lies the problem. We delegate our political mandate – which, as citizens in a democracy, we are entitled to – to professional politicians for an upcoming parliamentary term.

Decisions that ultimately determine our long-term future are thus in the hands of a professional political class for whom being re-elected generally is more important than fulfilling their long-term responsibilities. Over time, its original function has increasingly taken a back seat. As they focus on short-term results, they rarely stick to what they promised before the election.

The reasons for this are manifold:

  • Time – Sustainable changes take time to take effect. Yet a legislative term—during which an elected representative must "prove" themselves—lasts only four to five years. [1], [2]

  • Consequence – Measures intended to yield lastingly better conditions often require so-called "uncomfortable decisions." Yet, as short-term decisions are rewarded, such decisions are an absolute no-go. So, those in charge opt for the second-best alternative – or even worse. [3], [4]

  • Flawed Selection – The way politics is currently conducted acts like a magnet for power-hungry egomaniacs, vain self-promoters, and occasionally outright crooks. Essentially "wolves in sheep's clothing," they use the sweetest words and make the most flowery promises before the election—only to pursue their true, underlying agendas once they have actually been voted into office. [5],[6],[7]

  • Cult of Leadership – Although history should have taught us that pinning our hopes on strong "leaders"—figures promising to sweep away all obstacles like a resurrected Hercules and guide us toward a bright future—usually spells our ruin or at least our decline, we repeatedly fall for "strong men and women," and indeed practically demand them. [8]

A call to action

The list goes on—and it will continue to do so.

And we, the people, feel helpless. We are too preoccupied with our daily obligations or even fall prey to radical demagogues at the extreme ends of the political spectrum.

It is by no means certain how this situation will play out: whether nothing will happen at all, whether action will come too late and be insufficient, or whether we might even head in the wrong direction.

Perhaps we really ought to do something about it!

Well, we should. And here is the call to action: We have limited ourselves to seven key elements of our message – some are not particularly original, whilst others may seem radically different from the norm.

The seven key elements to be discussed in a bit more depth during the following weeks will deliver answers to the following questions …

  1. Why a political party at all?
  2. Why did we Europeans establish a German party?
  3. Why do we call our community a ‘members’ party’?
  4. Why do we want all of us to be part-time politicians – and no one a career politician?
  5. Why do we strictly value program over person?
  6. Why do we opt for a ‘boring’ but consistent approach without all the usual fuss?
  7. Why there should be a political oracle to explain our world view to every amateur politician.

The answers to these questions undoubtedly fall into a difficult category—that of effective implementation. And that is precisely what this series will focus on, starting this coming Friday.

So, please stay tuned


[1] Jacobs, A. M. (2011). Governing for the long term: Democracy and the politics of investment. Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/CBO9780511921766

  • Jacobs is the strongest academic source for the intertemporal logic behind our “Time” and “Consequence” bullets. His concept of “policy investment” captures precisely the dilemma you describe: political actors must often impose visible costs now to produce benefits only much later. That makes long-term decisions politically fragile, particularly when voters’ attention, institutional capacity and organised interests favour the short term. Cambridge’s front matter confirms the title, author, publisher, publication year and the book’s focus on “democracy and the politics of investment.”

[2] Boston, J. (2017). Governing for the future: Designing democratic institutions for a better tomorrow. Emerald Publishing.

  • Boston’s book directly addresses democratic short-termism, or what he calls “presentist bias”: the tendency of governments to place undue weight on near-term political considerations at the expense of long-term welfare. This fits our argument almost exactly, especially where you criticise four- or five-year parliamentary terms as structurally misaligned with ecological, fiscal and civilisational time horizons. Emerald’s description confirms that the book focuses on prudent long-term democratic governance and the institutional challenge of short-termism.

[3] Weaver, R. K. (1986). The politics of blame avoidance. Journal of Public Policy, 6(4), 371–398. https://doi.org/10.1017/S0143814X00004219

  • Weaver argues that politicians are often more motivated to avoid blame for unpopular actions than to claim credit for good policy. This maps directly onto our argument that necessary but uncomfortable decisions are postponed, diluted or replaced by second-best alternatives. The RePEc/Cambridge listing summarises the article’s thesis: incentives to avoid blame produce strategies such as agenda limitation, scapegoating and passing the buck.

[4] Pierson, P. (1994). Dismantling the welfare state? Reagan, Thatcher, and the politics of retrenchment. Cambridge University Press.

  • Pierson is useful for the “Consequence” bullet because he explains why painful policy changes are politically difficult. Retrenchment politics differs from expansionary politics: taking away benefits or imposing losses mobilises resistance, encourages blame avoidance and often leads governments to hide, divide or compensate affected groups. This supports our claim that politicians often avoid “uncomfortable decisions,” but it does so in a more precise institutional vocabulary. Cambridge’s description notes that retrenchment succeeds only under certain political strategies, including dividing supporters, compensating those affected, or hiding the effects from critics.

[5] Besley, T. (2005). Political selection. Journal of Economic Perspectives, 19(3), 43–60. https://doi.org/10.1257/089533005774357761

  • Besley provides a mainstream political-economy framework for thinking about who enters politics and how institutional structures influence the quality of political leadership. This is a more academically robust support for our “Flawed Selection” section than relying only on polemical or psychological language. It lets you argue that the problem is not merely personal moral failure, but the way political systems select, reward and elevate certain types of people. The AEA page confirms the article details and summarises the central question: how political institutions shape who rises to power.

[6] Blais, J., & Pruysers, S. (2017). The power of the dark side: Personality, the Dark Triad, and political ambition. Personality and Individual Differences, 113, 167–172. https://doi.org/10.1016/j.paid.2017.03.029

  • This is highly relevant to our “Flawed Selection” argument, but should be used carefully. The study examines the relationship between political ambition and the so-called Dark Triad: Machiavellianism, narcissism and psychopathy. It does not prove that politicians as a class are pathological, but it does provide empirical support for the concern that some darker personality traits may be associated with political ambition. This gives our mildly agitating language a more defensible evidentiary anchor. The article’s abstract and section snippets state that the study assessed the HEXACO model and Dark Triad traits as predictors of nascent political ambition.

[7] Łobaczewski, A. M. (2007). Political ponerology: A science on the nature of evil adjusted for political purposes (A. Chciuk-Celt, Trans.; 2nd ed.). Red Pill Press.

  • Treat this reference as a provocative political-psychological warning, not as a mainstream empirical authority. It fits our “wolves in sheep’s clothing” language and our concern that destructive personalities can exploit political systems. However, because the book is controversial and not part of the core political-science canon, I recommend pairing it with Besley (2005) and Blais and Pruysers (2017). Open Library confirms the 2007 second edition, subtitle, publisher, translator and ISBN details.

[8] Brown, A. (2014). The myth of the strong leader: Political leadership in the modern age. Basic Books.

  • Brown challenges the common assumption that leaders who dominate colleagues, institutions and decision-making processes are necessarily the most effective. He argues that cooperative, collegial and institutionally embedded leadership is often more successful than the theatrical “strong leader” model. This supports our claim that societies repeatedly confuse forceful personal dominance with genuine political capacity. The publisher’s description explicitly states that Brown challenges the widespread belief that dominating leaders are the most successful or admirable.

2026-07-10

Von der Erkenntnis zur Aktion

Dies ist das fünfte von fünf Kapiteln unserer Reihe „Warum wir die ‚Europäer für den Planeten‘ brauchen “, die jeden Freitag erscheint. Kapitel 4: „Das Ende des automatischen Fortschritts? – Warum immer mehr Menschen spüren, dass etwas nicht stimmt“, haben wir am letzten Freitag veröffentlicht.

Wenn die auf den vorangegangenen Seiten dargelegte Diagnose im Großen und Ganzen zutrifft, dann lässt sich eine Schlussfolgerung kaum vermeiden: Darauf zu warten, dass jemand anderes diese Probleme löst, ist keine praktikable Strategie mehr – war sie vermutlich auch nie.

Seit Generationen sind Bürger in demokratischen Gesellschaften daran gewöhnt, Verantwortung abzugeben. Regierungen regieren, Experten beraten, Märkte verteilen Ressourcen, und Institutionen steuern die gesellschaftlichen Abläufe. Diese Arbeitsteilung hat uns oft gute Dienste geleistet. Doch die Geschichte zeigt immer wieder, dass tiefgreifende Umbrüche letztlich mehr erfordern. Sie brauchen Bürger, die bereit sind, aktiv an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken, anstatt nur darauf zu reagieren [26].

Albert Einstein wird oft die Beobachtung zugeschrieben, dass [27]:

Wir können unsere Probleme nicht mit derselben Denkweise lösen, mit der wir sie geschaffen haben.”

Ob er es nun genau so formuliert hat oder nicht, die zugrundeliegende Erkenntnis ist einer tieferen Betrachtung wert. Wenn die Herausforderungen der Menschheit zunehmend miteinander verknüpft, langfristig und global geworden sind, muss sich unsere politischer Horizont ebenfalls entsprechend weiterentwickeln [28].

Der erste Schritt ist daher weder technischer noch institutioneller Natur. Er ist eher gesellschaftlicher Natur.

Wir müssen anerkennen, dass die Verantwortung für unsere Zukunft letztlich bei uns liegt. Nicht allein bei Regierungen. Nicht bei den bestimmenden Großunternehmen. Auch nicht bei den derzeitigen internationalen Organisationen. Sie an zukünftige Generationen zu delegieren, wäre ebenfalls nicht fair. Die Bürgerinnen und Bürger selbst bleiben die letztendliche Quelle der Legitimität in demokratischen Gesellschaften, und ohne ihre direkte und aktive Beteiligung kann kein dauerhafter Wandel stattfinden [29].

Der zweite Schritt besteht darin, sich auf eine Mission zu einigen, die ambitioniert genug ist, um gemeinsame Anstrengungen zu rechtfertigen, und die gleichzeitig so beständig, dass sie die täglichen politischen Schwankungen überdauert. Jedes erfolgreiche politische Projekt basierte letztlich auf einem übergeordneten Ziel. Die Frage ist nicht, ob Gesellschaften ihr Handeln von solchen Zielen leiten lassen, sondern ob diese Ziele bewusst gewählt werden oder sich scheinbar zufällig ergeben.

Aus europäischer Sicht drängen sich drei grundlegende Ziele auf:

1. Das langfristige Überleben der Menschheit auf einem bewohnbaren Planeten sichern.

Das ist nicht nur das Anliegen „weltabgewandter“ Umweltaktivisten. Es ist eine zivilisatorische Verpflichtung.

Ohne eine stabile ökologische Grundlage sind alle anderen politischen Errungenschaften nur von kurzer Dauer. Wirtschaftlicher Wohlstand, soziale Gerechtigkeit, technische Innovation und kulturelle Blüte hängen letztlich alle von der fortwährenden Funktionsfähigkeit der natürlichen Systeme ab, auf denen unsere sozialen und ökonomischen Systeme fußen.

Dieser erste Auftrag dient unserer Bewegung daher als ständig leitende Richtschnur.

2. Die liberalen europäischen Freiheiten bewahren

Die Verteidigung der Menschenwürde, der individuellen Freiheit, der Rechtsstaatlichkeit, der Meinungsfreiheit, der demokratischen Rechenschaftspflicht und des Pluralismus stellt einen der wichtigsten Beiträge Europas zur menschlichen Zivilisation dar.

Diese Freiheiten sind weder selbstverständlich noch unangreifbar. Sie bedürfen des ständigen Schutzes vor autoritären Anmaßungen, Extremismus, politischer Apathie und institutionellem Verfall.

Dieser zweite Auftrag stellt eine für uns Europäer nicht verhandelbare Nebenbedingung dar.

3. Ein Europa aufbauen, das sich in einer multipolaren Welt behaupten kann.

Das 21. Jahrhundert ist zunehmend geprägt von Akteuren auf kontinentaler Ebene, die in einem wettbewerbsorientierten und vernetzten globalen System agieren. In einem solchen Umfeld hängt Europas Fähigkeit, seine Interessen zu schützen, seine Werte zu verteidigen und konstruktiv zu globalen Herausforderungen beizutragen, von seiner Fähigkeit zum kollektiven Handeln ab.

Dieses Ziel ist kein Selbstzweck. Es ist der strategische Mechanismus, durch den die ersten beiden Aufträge realistisch erfüllt werden können.

Zusammen bilden diese drei Verpflichtungen eine Mission, die über einen einzelnen Wahlzyklus, ein einzelnes politisches Thema oder eine einzelne Generation hinausgeht.

Doch Missionen allein reichen nicht aus.

Die Geschichte lehrt, dass bedeutsame Veränderungen selten durch passive Zustimmung entstehen. Sie entstehen vielmehr dann, wenn Einzelpersonen entscheiden, dass ein Anliegen, das wichtig genug ist, um darüber zu diskutieren, auch wichtig genug ist, um sich dafür zu organisieren.

Der dritte Schritt ist daher eine persönliche Verpflichtung.

Bürger, die diese Ziele teilen, sollten nicht isolierte Beobachter bleiben. Sie sollten sich vernetzen, zusammenarbeiten und sich öffentlich als Teilnehmer eines gemeinsamen Vorhabens zu erkennen geben. Politischer Einfluss entsteht nicht durch die Zustimmung einer Mehrheit, sondern erst, wenn eine engagierte Minderheit sichtbar, organisiert und beharrlich wird.

Der vierte Schritt ist der Aufbau von Institutionen.

Mit zunehmender Beteiligung steigt auch die Sichtbarkeit. Sichtbarkeit schafft Dialog. Dialog schafft Legitimität. Legitimität schafft Einfluss.

Daraus ergeben sich praktische Aufgaben: die Entwicklung eines Manifests, die Gründung lokaler und nationaler Organisationen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die Teilnahme an öffentlichen Debatten, die Unterstützung von Kandidaten und schließlich, aber eben erst als letzter, entscheidender Schritt, die Teilnahme an demokratischen Wahlen, wo dies angebracht ist.

Die Geschichte liefert unzählige Beispiele für Ideen, die zwar intellektuell anziehend, aber politisch irrelevant waren, weil sie nie den Schritt von der Diskussion zur Organisation schafften. Sie liefert aber auch Beispiele für relativ kleine Gruppen entschlossener Bürger, die ganze Gesellschaften veränderten, weil es ihnen gelang, Institutionen aufzubauen, die ihre Ideen weitertragen konnten [30].

Der Weg von der Vision zur Realität ist daher weder geheimnisvoll noch beispiellos. Er beginnt mit einer einfachen Entscheidung:

die Zukunft nicht länger als etwas zu betrachten, das uns widerfährt, sondern als etwas, für das wir gemeinsam Verantwortung tragen.

Die Details, wie eine solche Bewegung organisiert, gesteuert, finanziert und auf ganz Europa ausgeweitet werden könnte, bedürfen einer sorgfältigen Überlegung. Es handelt sich um praktische Fragen, und praktische Fragen erfordern praktische Antworten.

Diese Fragen werden in nachfolgenden Beiträgen näher untersucht.

Fürs Erste genügt eine Schlussfolgerung.

Wenn die Herausforderungen, vor denen wir stehen, real sind und die Zukunft offen und nicht vorbestimmt ist, dann kann es keine Option sein, sich passiv den kommenden Entwicklungen hinzugeben. Die Aufgabe, das kommende Jahrhundert zu gestalten, liegt weder allein bei Regierungen noch bei Experten.

Sie ist der Auftrag an uns alle.

Dies ist Kapitel 5 von 5 unserer Serie „Warum wir die ‚Europäer des Planeten‘ brauchen “, die jeden Freitag erscheint.

Vieles von dem, was wir in diesen fünf Artikeln beschrieben oder gefordert haben, mag Ihnen völlig selbstverständlich erscheinen. Und tatsächlich lehnen es nur wenige bekennende „retro“-Politiker offen ab.

Die verbleibende Frage lautet also: Warum unternimmt niemand etwas dagegen? Wenn keiner unserer gewählten Vertreter willens oder fähig ist zu handeln – wie sollen wir dann diese offensichtlich drängenden Probleme angehen?

Die Antworten auf diese Fragen gehören zweifellos in die schwierigere Kategorie – die der Umsetzung. Und genau darauf wird sich die nächste Folge dieser Reihe konzentrieren, die am kommenden Freitag beginnt.

Bleiben Sie also bitte dran!

Vorwegnahme der erwarteten Einwände

Während wir unsere politische Meinung äußern, sollten wir kurz auf die wichtigsten Einwände eingehen, die bereits geäußert wurden.

Der technokratische Einwand

Manche argumentieren, dass komplexe globale Probleme vorrangig Experten, Wissenschaftlern und professionellen Institutionen überlassen werden sollten und nicht Bürgerbewegungen.

Antwort: Fachwissen ist unerlässlich, aber demokratische Legitimität erfordert letztlich die Beteiligung der Bürger [31] und deren Zustimmung.

Der Einwand der Inkrementalisten

Andere argumentieren, dass die bestehenden Institutionen bereits in der Lage seien, sich schrittweise anzupassen, und dass neue politische Bewegungen eine unnötige Fragmentierung hervorrufen könnten.

Antwort: Eine schrittweise Reform ist oft vorzuziehen, doch die Geschichte lehrt, dass eine institutionelle Erneuerung häufig externen bürgerlichen Druck erfordert.

Der Einwand der nationalen Souveränität

Kritiker könnten argumentieren, dass die europäische Integration die demokratische Selbstverwaltung auf nationaler Ebene schwächt.

Antwort: Die Debatte dreht sich nicht darum, ob die Demokratie erhalten werden sollte, sondern darum, auf welcher Ebene die demokratische Autorität kontinentale und globale Herausforderungen am effektivsten bewältigen kann.


Referenzen

[26] Dewey, J. (1927). Die Öffentlichkeit und ihre Probleme. Henry Holt.

  • Ein Klassiker der Verteidigung demokratischer Bürgerschaft. Dewey argumentiert, dass Bürger aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen müssen, damit demokratische Gesellschaften kollektive Herausforderungen wirksam bewältigen können. Das Werk ist nach wie vor hochrelevant für Argumente für bürgerschaftliches Engagement und politische Erneuerung.

[27] Calaprice, A. (Hrsg.). (2010). Die ultimativen zitierfähigen Einstein-Zitate. Princeton University Press.

  • Die maßgebliche Sammlung von Albert Einstein zugeschriebenen Zitaten. Die häufig zitierte Aussage, Probleme durch neues Denken zu lösen, wird weithin mit Einstein in Verbindung gebracht, obwohl ihr genauer Wortlaut und ihre Herkunft unklar bleiben. Das Zitat verdeutlicht dennoch ein wichtiges Prinzip intellektueller und politischer Anpassungsfähigkeit.

[28] Barber, BR (1984). Starke Demokratie: Partizipatorische Politik für ein neues Zeitalter. University of California Press.

  • Barber argumentiert, dass demokratische Gesellschaften am besten funktionieren, wenn Bürger aktiv an der Politik teilnehmen, anstatt sie nur passiv zu konsumieren. Das Buch liefert eine überzeugende theoretische Begründung für den Aufbau von Bewegungen und die Mobilisierung der Zivilgesellschaft.

[29] Arendt, H. (1958). Die menschliche Existenz. style= >University of Chicago Press.

  • Arendt untersucht das Wesen politischen Handelns, der öffentlichen Teilhabe und der kollektiven Verantwortung. Ihre Unterscheidung zwischen passiver Existenz und aktiver Bürgerschaft bildet eine philosophische Grundlage für Aufrufe zum bürgerschaftlichen Engagement.

[30] Tocqueville, A. de. (1835/2000). Die Demokratie in Amerika (Übers. HC Mansfield & D. Winthrop). University of Chicago Press.

  • Tocquevilles Analyse freiwilliger Vereinigungen zählt nach wie vor zu den grundlegenden Werken zur bürgerlichen Organisation. Er argumentiert, dass demokratische Gesellschaften auf der Bereitschaft ihrer Bürger beruhen, Vereinigungen zu bilden, die in der Lage sind, gemeinsame Ziele zu verfolgen.

[31] Habermas, J. (1996). Zwischen Tatsachen und Normen: Beiträge zu einer Diskurstheorie des Rechts und der Demokratie. MIT Press.

  • Eine der einflussreichsten zeitgenössischen Theorien zur demokratischen Legitimität. Habermas betont die Rolle des öffentlichen Diskurses, der Bürgerbeteiligung und der demokratischen Beratung bei der Gestaltung kollektiver Entscheidungen.

From Observation to Action


This is chapter 5 of 5 of our series “Why we need the ‘ Europeans of the Planet’, published each Friday”. Chapter 4: The End of Automatic Progress? — why people increasingly sense that something is wrong” was published last Friday.

If the diagnosis outlined in the preceding pages is broadly correct, then one conclusion becomes difficult to avoid: waiting for someone else to solve these problems is no longer a viable strategy.

For generations, citizens in democratic societies have become accustomed to delegating responsibility. Governments govern, experts advise, markets allocate resources, and institutions manage the machinery of society. This division of labour has often served us well. Yet history repeatedly demonstrates that periods of profound transformation eventually require something more. They require citizens willing to participate actively in shaping the future rather than merely reacting to it [26].

Albert Einstein is often credited [27] with the observation that:

We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them.”

Whether or not he expressed it in precisely those words, the underlying insight remains compelling. If humanity's challenges have become increasingly interconnected, long-term, and global in nature, then our political imagination must evolve accordingly [28].

The first step is therefore neither technological nor institutional. It is civic.

We must acknowledge that responsibility ultimately rests with us. Not with governments alone. Not with corporations. Not with international organisations. Not with future generations. Citizens remain the ultimate source of legitimacy in democratic societies, and no durable transformation can occur without their active participation [29].

The second step is to agree upon a mission sufficiently ambitious to justify collective effort and sufficiently enduring to outlast the daily fluctuations of politics. Every successful political project has ultimately been anchored in a larger purpose. The question is not whether societies operate according to such purposes, but whether those purposes are chosen consciously or emerge accidentally.

From a European perspective, three foundational objectives suggest themselves:

1. Ensure Humanity's Long-Term Survival on a Habitable Planet

This is not merely an environmental objective. It is a civilisational obligation.

Without a stable ecological foundation, every other political achievement becomes temporary. Economic prosperity, social justice, technological innovation, and cultural flourishing all ultimately depend upon the continued viability of the natural systems that sustain human life.

This objective therefore serves as the movement's permanent north star.

2. Preserve Liberal European Freedoms

The defence of human dignity, individual liberty, the rule of law, freedom of expression, democratic accountability, and pluralism constitutes one of Europe's most important contributions to human civilisation.

These freedoms are neither inevitable nor self-sustaining. They require continuous protection against authoritarianism, extremism, political apathy, and institutional decay.

This objective serves as a non-negotiable condition.

3. Build a Europe Capable of Acting Effectively in a Multipolar World

The twenty-first century is increasingly characterised by continental-scale actors operating within a competitive and interconnected global system. In such an environment, Europe's ability to protect its interests, defend its values, and contribute constructively to global challenges depends upon its capacity to act collectively.

This objective is not an end in itself. It is the strategic mechanism through which the first two objectives can realistically be pursued.

Together, these three commitments define a mission that extends beyond a single election cycle, a single policy issue, or a single generation.

Yet missions alone are insufficient.

History demonstrates that meaningful change rarely emerges from passive agreement. It emerges when individuals decide that a concern important enough to discuss is also important enough to organise around.

The third step is therefore commitment.

Citizens who share these objectives should not remain isolated observers. They should connect, cooperate, and publicly identify themselves as participants in a common endeavour. Political influence begins not when a majority agrees, but when a committed minority becomes visible, organised, and persistent.

The fourth step is institution-building.

As participation grows, visibility follows naturally. Visibility creates dialogue. Dialogue creates legitimacy. Legitimacy creates influence.

From there, practical tasks emerge: developing a manifesto, establishing local and national organisations, cooperating across borders, participating in public debate, supporting candidates, and eventually competing in democratic elections where appropriate.

History provides countless examples of ideas that remained intellectually attractive but politically irrelevant because they never crossed the threshold from discussion to organisation. It also provides examples of relatively small groups of determined citizens who transformed entire societies because they succeeded in building institutions capable of carrying their ideas forward [30].

The path from vision to reality is therefore neither mysterious nor unprecedented. It begins with a simple decision: to stop viewing the future as something that happens to us and start treating it as something for which we share responsibility.

The details of how such a movement might be organised, governed, financed, and expanded across Europe deserve careful consideration. They are practical questions, and practical questions have practical answers.

Those questions will be explored in subsequent essays.

For now, one conclusion is sufficient.

If the challenges before us are real, and if the future remains open rather than predetermined, then citizenship is not a spectator sport. The task of shaping the century ahead belongs neither to governments nor to experts alone.

It belongs to all of us.

This is chapter 5 of 5 of our series “Why we need the ‘Europeans of the Planet’, published each Friday”. 

Much of what we have described or called for in these five articles may seem entirely self-evident to you. And indeed, only a few avowed  ‘retro’ politicians openly oppose it. 

So the remaining question is rather: why is nobody doing anything about it? If none of our elected representatives is willing or able to act – how are we supposed to tackle these obviously pressing problems? 

The answers to these questions undoubtedly fall into the more difficult category—that of implementation. And that is precisely what the next series in this sequence will focus on, starting this coming Friday.

So, please stay tuned!

Addressing anticipated objections in advance

While voicing our political opinion, we should briefly acknowledge the principal objections, which are already out there.

The Technocratic Objection

Some argue that complex global problems should be left primarily to experts, scientists, and professional institutions rather than citizen movements.

Response: Expertise is indispensable, but democratic legitimacy ultimately requires citizen participation [31] and consent.

The Incrementalist Objection

Others argue that existing institutions are already capable of adapting gradually and that new political movements may create unnecessary fragmentation.

Response: Incremental reform is often preferable, but history suggests that institutional renewal frequently requires external civic pressure.

The National Sovereignty Objection

Critics may argue that European integration weakens democratic self-government at the national level.

Response: The debate is not whether democracy should be preserved, but at which level democratic authority can most effectively address continental and global challenges.


[26] Dewey, J. (1927). The public and its problems. Henry Holt.

  • A classic defence of democratic citizenship. Dewey argues that citizens must actively participate in public life if democratic societies are to address collective challenges effectively. The work remains highly relevant to arguments for civic engagement and political renewal.

[27] Calaprice, A. (Ed.). (2010). The ultimate quotable Einstein. Princeton University Press.

  • The most authoritative collection of quotations attributed to Albert Einstein. The frequently cited statement about solving problems with new thinking is widely associated with Einstein, although its exact wording and provenance remain uncertain. The quotation nevertheless captures an important principle of intellectual and political adaptation.

[28] Barber, B. R. (1984). Strong democracy: Participatory politics for a new age. University of California Press.

  • Barber argues that democratic societies function best when citizens are active participants rather than passive consumers of politics. The book offers a powerful theoretical justification for movement-building and civic mobilisation.

[29] Arendt, H. (1958). The human condition. University of Chicago Press.

  • Arendt explores the nature of political action, public participation, and collective responsibility. Her distinction between passive existence and active citizenship provides a philosophical foundation for calls to civic engagement.

[30] Tocqueville, A. de. (1835/2000). Democracy in America (H. C. Mansfield & D. Winthrop, Trans.). University of Chicago Press.

  • Tocqueville's analysis of voluntary associations remains one of the foundational works on civic organisation. He argues that democratic societies depend upon citizens' willingness to form associations capable of pursuing common purposes.

[31] Habermas, J. (1996). Between facts and norms: Contributions to a discourse theory of law and democracy. MIT Press.

  • One of the most influential contemporary theories of democratic legitimacy. Habermas emphasises the role of public discourse, civic participation, and democratic deliberation in shaping collective decisions.

2026-07-03

Das Ende des automatischen Fortschritts?

Dies ist Kapitel 4 von 5 unserer Reihe “Warum wir die 'Europäer des Planeten' brauchen”, die jeden Freitag erscheint. Kapitel 3: “Die Psychologie der Untätigkeit – warum wir nicht reagieren”, wurde letzten Freitag veröffentlicht.

Während großer Teile der Neuzeit, insbesondere im industrialisierten Westen, wurde das Mantra von einen fortwährenden Fortschritt beinahe wie ein säkularer Glaubenssatz beständig wiederholt. Jede Generation erwartete größeren Wohlstand, bessere Gesundheit, mehr Möglichkeiten und mehr persönliche Freiheit als die vorherige. Die von den Eltern ertragenen Entbehrungen wurden durch die  Erwartung gerechtfertigt, dass ihre Kinder einmal eine bessere Welt erben würden. Wirtschaftswachstum, wissenschaftlicher Fortschritt und soziale Reformen schienen diese Erwartung Jahrzehnt für Jahrzehnt zu bestärken. [19]

Heute mehren sich jedoch die Anzeichen von Zweifel. Zwar sind allgemeine Indikatoren wie Lebenserwartung, Bildungsniveau und technologische Kompetenz, historisch gesehen, weiterhin günstig, dennoch haben viele junge Menschen ein Bild von ihrer aktuelle Lebenswirklichkeit, das sich  deutlich von dem Optimismus früherer Generationen unterscheidet. Dafür können sie Belege anführen. In zahlreichen Ländern ist Wohnraum unerschwinglich geworden, die Staatsverschuldung ist beängstigend gestiegen, berufliche Perspektiven erscheinen weniger vorhersehbar oder gar bedroht, und die Kosten für Bildung, Gesundheitsversorgung und Familiengründung belasten junge Erwachsene besonders stark. [20]

Noch wichtiger ist jedoch, dass das Vertrauen in die Zukunft selbst zu schwinden scheint. Umfragen in vielen entwickelten Gesellschaften legen nahe, dass jüngere Generationen weniger sicher sind, einen höheren Lebensstandard als ihre Eltern zu erreichen, und weniger zuversichtlich, dass ihre Kinder wiederum bessere Chancen genießen werden als sie selbst. Die Annahme des kontinuierlichen Fortschritts – einst ein prägendes Merkmal moderner Gesellschaften – kann nicht länger als selbstverständlich gelten.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Niedergang bereits eingetreten ist. Gemessen an vielen objektiven Indikatoren sind moderne Gesellschaften nach wie vor außerordentlich erfolgreich. Politische Stabilität hängt jedoch nicht nur von den gegenwärtigen Bedingungen, sondern auch von Zukunftserwartungen ab. Menschen sind oft bereit, Entbehrungen zu ertragen, wenn sie an eine Verbesserung glauben. Umgekehrt können selbst wohlhabende Gesellschaften unruhig werden, wenn das Vertrauen in die Zukunft zu schwinden beginnt. [21]

Die Ursachen dieser wachsenden Unruhe sind weiterhin umstritten. Manche verweisen auf wirtschaftliche Ungleichheit, stagnierende Löhne, Wohnungsnot oder demografischen Druck. Andere betonen den technischen Wandel, die kulturelle Fragmentierung, das schwindende Vertrauen in Institutionen oder die Wahrnehmung, dass politische Systeme nicht mehr in der Lage sind, langfristige Herausforderungen zu bewältigen. Wieder andere argumentieren, dass soziale Medien und das moderne Informationsumfeld Ängste und Pessimismus über das objektiv Bedeutsame hinaus verstärken.

Was auch immer die Gründe sein mögen, in weiten Teilen der entwickelten Welt scheint sich ein gemeinsames Gefühl auszubreiten: das Gefühl, dass etwas Wichtiges aus dem Gleichgewicht geraten ist. Die Institutionen, die einst Vertrauen und Zusammenhalt schufen, genießen nicht mehr dasselbe Vertrauen. Das Versprechen, dass morgen alles besser sein würde als es heute ist, wirkt weniger überzeugend als früher.

William Shakespeare fing eine ähnliche Stimmung in Hamlet mit der berühmten Bemerkung ein, dass “etwas faul ist im Staate Dänemark ”. Diese Redewendung hat sich bis heute gehalten. Sie drückt einen Zustand aus, dem viele Gesellschaften gelegentlich begegnen: eine weit verbreitete Ahnung, dass die bestehenden Strukturen nicht mehr wie beabsichtigt funktionieren, selbst wenn die genauen Ursachen schwer zu erkennen sein mögen. [22]

Solche Phasen der Unsicherheit sind nicht beispiellos. Die Geschichte zeigt immer wieder, dass Epochen schneller technischer, wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche oft sowohl außergewöhnliche Chancen als auch tiefgreifende Verunsicherung mit sich bringen. Die Industrielle Revolution, die Entstehung der Massendemokratie und der Übergang von Agrar- zu Stadtgesellschaften erzeugten allesamt ähnliche Mischungen aus Optimismus und Besorgnis.

Vor mehr als sechzig Jahren brachte Bob Dylan dieses Gefühl, einen Moment des Wandels zu erleben, in seinem Lied The Times They Are A-Changin'” zum Ausdruck. Die anhaltende Faszination des Liedes liegt nicht in seinem politischen Inhalt, sondern in der Erkenntnis, dass Gesellschaften periodisch Momente erreichen, in denen überlieferte Annahmen keine verlässliche Orientierung für die Zukunft mehr bieten. [23]

Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob der Wandel kommt. Der Wandel findet bereits statt - hier und jetzt. Die Frage ist vielmehr, ob die Bürgerinnen und Bürger passive Beobachter dieser Transformation bleiben oder aktiv an deren Gestaltung mitwirken wollen. Wenn das Vertrauen in einen automatischen Fortschritt schwindet, dann kann die Verantwortung für den gesellschaftlichen Fortschritt vielleicht nicht länger allein der Geschichte, den Märkten, den Regierungen oder dem technologischen Fortschritt zugeschoben werden. Er muss wieder zu einem bewussten politischen Projekt eines jeden Bürgers werden.

Sie lasen Teil 4 von 5: “Das Ende des automatischen Fortschritts? – Warum immer mehr Menschen spüren, dass etwas nicht stimmt”. Die Reihe wird nächsten Freitag mit Teil 5 von 5 fortgesetzt: “Von der Beobachtung zum Handeln – Warum es notwendig wird, sich zu engagieren”.

Unterstützende Stimmen

Schwindendes Vertrauen in den sozialen Aufstieg

Untersuchungen in Europa und Nordamerika haben eine wachsende Besorgnis darüber ergeben, dass jüngere Generationen möglicherweise nicht den gleichen wirtschaftlichen Aufstieg genießen wie ihre Eltern.

Häufig genannte Faktoren sind:

  • Bezahlbarkeit von Wohnraum
  • prekäre Beschäftigung,
  • Vermögenskonzentration
  • demografischer Druck.

Die Debatte um die “große Stagnation”

Wirtschaftswissenschaftler wie Tyler Cowen [24] haben darauf hingewiesen, dass sich das Produktivitätswachstum und die transformative Innovation im Vergleich zu früheren Perioden verlangsamt haben könnten.

Zwar ist die These umstritten. Dennoch hat sie die Diskussionen über schwindende Erwartungen beeinflusst.

Das Vertrauen in die Institutionen

Viele Demokratien erleben einen Vertrauensverlust in:

  • politische Parteien,
  • Regierungen,
  • Medien,
  • Unternehmen.

Politikwissenschaftler betrachten dies zunehmend als eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Zukunftsängst der jüngeren Generationen

Mehrere Umfragen deuten darauf hin, dass jüngeren Menschen folgende Punkte Sorgen bereiten:

  • wirtschaftliche Sicherheit
  • Klimawandel,
  • Wohnen,
  • geopolitische Instabilität,
  • sozialer Zusammenhalt.

Ihre Bedenken sind gut dokumentiert, deren Ursachen jedoch umstritten.

Wichtige Gegenstimmen

1. Die Anhänger der Fortschrittstheorie

Autoren wie Steven Pinker [25] und Johan Norberg halten den Pessimismus für weitgehend realitätsfremd.

Sie verweisen darauf, dass :

  • Die Lebenserwartung hoch bleibt,
  • Die Armut auf niedrigem Niveau verweilt,
  • Bildung nach wie vor breite Schichten erreicht,
  • Sich unsere technischen Möglichkeiten ständig weiterentwickeln.

Von ihrem Stndpunkt aus betrachtet, handelt es sich bei der Krise möglicherweise eher um eine Wahrnehmungskrise als um eine reale Entwicklung.

2. Das Argument vom Generationen-Mythos

Manche Historiker merken an, fast jede Generation glaube, vor beispiellosen Herausforderungen zu stehen.

Klagen über den sozialen Niedergang ließen sich danach bis ins antike Griechenland, das antike Rom und praktisch jede nachfolgende Epoche zurückverfolgen.

Das Gefühl, dass die jeweilige Gesellschaft schlechter gestellt ist, sei daher an sich kein Beweis dafür, dass dies tatsächlich der Fall ist.

3. Die Anpassungstheorien

Manche Soziologen argumentieren, dass steigende Erwartungen naturgemäß Unzufriedenheit hervorrufen.

Mit zunehmendem Wohlstand vergleichen sich die Menschen weniger mit der Vergangenheit und mehr mit einer imaginierten Zukunft.

Die Folge ist, dass Wohlstand und Unzufriedenheit gleichzeitig wachsen können.


[20] Easterlin, R. A. (1974). Verbessert Wirtschaftswachstum das Los der Menschen? Empirische Belege. In: P. A. David & M. W. Reder (Hrsg.), Nationen und Haushalte im Wirtschaftswachstum (S. 89–125). Academic Press.

  • Ein wegweisender Beitrag, der das später als Easterlin-Paradoxon bekannt gewordene Konzept einführte. Easterlin argumentiert, dass steigendes Einkommen nicht zwangsläufig zu einem proportionalen Anstieg des empfundenen Wohlbefindens führt. Seine Arbeit ist bis heute grundlegend für das Verständnis, warum Wohlstand und Unzufriedenheit gleichzeitig bestehen können.

[21] Putnam, RD (2020). Der Aufschwung: Wie Amerika vor einem Jahrhundert zusammenfand und wie wir es wieder schaffen können, Simon & Schuster.

  • Putnam dokumentiert langfristige Trends in den Bereichen sozialer Zusammenhalt, Bürgerbeteiligung, Vertrauen und Ungleichheit. Die Arbeit will helfen, zu verstehen, wie das Vertrauen in Institutionen und kollektives Handeln im Laufe der Zeit steigen und fallen kann.

[22] Putnam, RD (2020). Der Aufschwung: Wie Amerika vor einem Jahrhundert zusammenfand und wie wir es wieder schaffen können . Simon & Schuster.

  • Putnam dokumentiert langfristige Trends in den Bereichen sozialer Zusammenhalt, Bürgerbeteiligung, Vertrauen und Ungleichheit. Die Arbeit soll helfen, zu verstehen, wie das Vertrauen in Institutionen steigt oder fällt

[23] Dylan, B. (1964). The times they are a-changin' [Lied]. Auf dem Album The Times They Are A-Changin' . Columbia Records.

  • Ein prägender kultureller Ausdruck des sozialen Wandels der 1960er Jahre. Obwohl das Lied keine wissenschaftliche Quelle darstellt, bleibt es ein aussagekräftiges Symbol für Zeiten, in denen etablierte Annahmen infrage gestellt werden und Gesellschaften tiefgreifende Veränderungen erleben. Seine anhaltende Relevanz liegt in der Artikulation des historischen Übergangs und der kollektiven Unsicherheit.

[24] Cowen, T. (2011). Die große Stagnation: Wie Amerika die leicht zu erreichenden Ziele der modernen Geschichte ausnutzte, daran erkrankte und sich (irgendwann) wieder erholen wird . Dutton.

  • Cowen argumentiert, dass viele der am einfachsten zugänglichen Quellen für Wirtschaftswachstum bereits ausgeschöpft seien, was zu langsamerem Produktivitätswachstum und geringeren Erwartungen an zukünftigen Wohlstand führe. Das Buch hat die Debatten über schwindenden Optimismus und wirtschaftliche Dynamik maßgeblich beeinflusst.

[25] Pinker, S. (2018). Aufklärung jetzt: Ein Plädoyer für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt . Viking.

  • Pinker legt umfangreiche Belege dafür vor, dass sich viele objektive Indikatoren menschlichen Wohlbefindens weiterhin verbessern. Seine Arbeit will die Behauptung widerlegen, moderne Gesellschaften befänden sich in einer Ära des unaufhaltsamen Niedergangs. Er formuliert Gegenargumente zum Zivilisationspessimismus.

The End of Automatic Progress?

This is chapter 4 of 5 of our series “Why we need the ‘Europeans of the Planet’, published each Friday”. Chapter 3: “The Psychology of Inaction — why we fail to respond” was published last Friday.

For much of the modern era, particularly in the industrialised West, the idea of progress functioned almost as a secular article of faith. Each generation expected to enjoy greater prosperity, better health, wider opportunities, and more personal freedom than the one before it. The hardships endured by parents were justified by the belief that their children would inherit a better world. Economic growth, scientific advancement, and social reform appeared to reinforce this expectation decade after decade. [19]

Today, however, signs of doubt are becoming increasingly visible. While aggregate indicators such as life expectancy, educational attainment, and technological capability remain historically favourable, many younger people experience a reality that feels markedly different from the optimism that accompanied previous generations. In numerous countries, housing has become less affordable, public debt has increased, career paths appear less predictable, and the costs of education, healthcare, and family formation weigh heavily on those entering adulthood. [20]

More importantly, confidence in the future itself appears to be eroding. Surveys across many developed societies suggest that younger generations are less certain that they will achieve a higher standard of living than their parents, and less confident that their children will in turn enjoy greater opportunities than they do. The assumption of continuous progress—once a defining characteristic of modern societies—can no longer be taken for granted.

This does not necessarily mean that decline has already arrived. Measured by many objective indicators, contemporary societies remain extraordinarily successful. Yet political stability depends not only on present conditions but also on future expectations. People are often willing to endure hardship when they believe improvement lies ahead. Conversely, even prosperous societies can become restless when confidence in tomorrow begins to weaken. [21]

The causes of this growing unease remain contested. Some point to economic inequality, stagnant wages, housing shortages, or demographic pressures. Others emphasise technological disruption, cultural fragmentation, declining trust in institutions, or the perception that political systems have become incapable of addressing long-term challenges. Still others argue that social media and the modern information environment amplify anxiety and pessimism beyond what objective conditions warrant.

Whatever the explanation, a common sentiment appears to be emerging across much of the developed world: a sense that something important has become misaligned. The institutions that once generated confidence and cohesion no longer inspire the same trust. The promise that tomorrow will naturally be better than today appears less convincing than it once did.

William Shakespeare captured a similar mood in Hamlet through the famous observation that "something is rotten in the state of Denmark". The phrase has endured because it describes a condition that many societies occasionally encounter: a widespread intuition that existing arrangements are no longer functioning as intended, even when the precise causes remain difficult to identify. [22]

Such periods of uncertainty are not unprecedented. History repeatedly demonstrates that eras of rapid technological, economic, and social transformation often produce both extraordinary opportunities and profound disorientation. The Industrial Revolution, the emergence of mass democracy, and the transition from agrarian to urban societies all generated similar mixtures of optimism and anxiety.

More than sixty years ago, Bob Dylan captured precisely this sensation of living through a moment of transition when he wrote The Times They Are A-Changin’.” The song's enduring appeal lies not in its political content but in its recognition that societies periodically reach moments when inherited assumptions cease to provide reliable guidance for the future. [23]

The crucial question, therefore, is not whether change is coming. Change is already here. The question is whether citizens will remain passive observers of that transformation or become active participants in shaping its direction. If confidence in automatic progress is fading, then perhaps the responsibility for progress can no longer be delegated to history, markets, governments, or technological innovation alone. It must once again become a conscious political project.

You were reading Part 4 of 5:The End of Automatic Progress? — why people increasingly sense that something is wrong”. This series will be continued next Friday with Part 5 of 5: From Observation to Action — why civic organisation becomes necessary

Supporting Evidence

Declining Confidence in Upward Mobility

Research in Europe and North America has found increasing concern that younger generations may not enjoy the same economic advancement as their parents.

Frequently cited factors include:

  • housing affordability,
  • precarious employment,
  • wealth concentration,
  • demographic pressures.

The "Great Stagnation" Debate

Economists such as Tyler Cowen [24] have argued that productivity growth and transformative innovation may have slowed compared with earlier periods.

While controversial, the thesis has influenced discussions about declining expectations.

Trust in Institutions

Many democracies have experienced declining trust in:

  • political parties,
  • governments,
  • media,
  • corporations.

Political scientists increasingly regard this as one of the defining challenges of the twenty-first century.

Rising Anxiety Among Younger Generations

Multiple surveys indicate elevated levels of concern among younger people regarding:

  • economic security,
  • climate change,
  • housing,
  • geopolitical instability,
  • social cohesion.

The existence of these concerns is well documented, even though their causes remain debated.

Important Counter-Voices

1. The Progress School

Thinkers such as Steven Pinker [25] and Johan Norberg argue that pessimism is largely disconnected from reality.

They point out that:

  • life expectancy remains high,
  • poverty remains low,
  • education remains widespread,
  • technological possibilities continue to expand.

From this perspective, the crisis may be one of perception rather than reality.

2. The Generational Myth Argument

Some historians note that nearly every generation believes it faces unprecedented challenges.

Complaints about social decline can be traced back to ancient Greece, ancient Rome, and virtually every subsequent era.

The feeling that society is deteriorating is therefore not itself evidence that it actually is.

3. The Adaptation Thesis

Some sociologists argue that rising expectations naturally create dissatisfaction.

As societies become wealthier, people compare themselves less with the past and more with an imagined future.

As a result, prosperity and discontent can grow simultaneously.


[20] Easterlin, R. A. (1974). Does economic growth improve the human lot? Some empirical evidence. In P. A. David & M. W. Reder (Eds.), Nations and households in economic growth (pp. 89–125). Academic Press.

  • A classic contribution introducing what later became known as the Easterlin Paradox. Easterlin argues that rising income does not necessarily produce proportional increases in perceived well-being. The work remains foundational for understanding why prosperity and dissatisfaction may coexist.

[21] Putnam, R. D. (2020). The upswing: How America came together a century ago and how we can do it again. Simon & Schuster.

  • Putnam documents long-term trends in social cohesion, civic participation, trust, and inequality. The work is particularly valuable for understanding how confidence in institutions and collective action can rise and fall over time.

[22] Putnam, R. D. (2020). The upswing: How America came together a century ago and how we can do it again. Simon & Schuster.

  • Putnam documents long-term trends in social cohesion, civic participation, trust, and inequality. The work is particularly valuable for understanding how confidence in institutions

[23] Dylan, B. (1964). The times they are a-changin’ [Song]. On The Times They Are A-Changin’. Columbia Records.

  • A defining cultural expression of social transformation during the 1960s. While not a scholarly source, the song remains a powerful symbol of periods in which established assumptions are challenged and societies experience profound change. Its enduring relevance lies in its articulation of historical transition and collective uncertainty.

[24] Cowen, T. (2011). The great stagnation: How America ate all the low-hanging fruit of modern history, got sick, and will (eventually) feel better. Dutton.

  • Cowen argues that many of the most easily attainable sources of economic growth have already been exploited, leading to slower productivity gains and reduced expectations of future prosperity. The book has significantly influenced debates about declining optimism and economic dynamism.

[25] Pinker, S. (2018). Enlightenment now: The case for reason, science, humanism, and progress. Viking.

  • Pinker presents extensive evidence that many objective measures of human well-being continue to improve. The work challenges claims that contemporary societies are entering an era of inevitable decline and offers one of the strongest counterarguments to civilisational pessimism.

2026-06-26

Die Psychologie der Untätigkeit


Dies ist das dritte von fünf Kapiteln unserer Reihe “Warum wir die ‚ Europäer des Planeten‘ brauchen ”, die jeden Freitag erscheint. Kapitel 2: “Wohlstand bei Ressourcenverbrauch – das Paradoxon ” wurde letzten Freitag veröffentlicht.

Wie reagieren Gesellschaften auf Bedrohungen, die sich über Jahrzehnte statt über Tage erstrecken? Die Antwort ist weniger ermutigend als erhofft. Menschen sind bemerkenswert gut darin, unmittelbare Gefahren zu erkennen, tun sich aber oft schwer damit, effektiv auf Risiken zu reagieren, die sich allmählich entwickeln, komplex, ungewiss sind oder als weit entfernt wahrgenommen werden.

Diese Tendenz ist nicht primär auf Unwissenheit zurückzuführen. Im Gegenteil: Moderne Gesellschaften haben Zugang zu mehr Informationen als jede Generation zuvor. Wissenschaftliche Analysen, statistische Indikatoren, Satellitenbilder und Echtzeitkommunikation ermöglichen ein beispielloses Verständnis der sich abzeichnenden Herausforderungen. Doch Wissen allein garantiert noch kein Handeln. Tatsächlich besteht eines der prägenden Paradoxien der Moderne darin, dass Gesellschaften gleichzeitig besser informiert und politisch gelähmt sein können.

Ein Teil der Erklärung liegt in der menschlichen Evolution. Hunderttausende von Jahren lang hing das Überleben von der Reaktion auf unmittelbare Bedrohungen ab: Raubtiere, Feinde, Hungersnöte, Krankheiten oder Naturkatastrophen. Unsere kognitiven Fähigkeiten sind nach wie vor stark auf sichtbare, persönliche und dringende Gefahren ausgerichtet. Langfristige Risiken, die sich über Jahrzehnte hinweg allmählich entfalten – seien es Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt, demografischer Rückgang, untragbare Staatsverschuldung oder geopolitische Verschiebungen – lösen nicht dieselbe instinktive Reaktion aus. [12]

Der Mensch ist ein zutiefst soziales Wesen. In unsicheren Situationen orientieren wir uns oft an anderen, um einzuschätzen, wie ernst ein Problem zu nehmen ist. Wenn Nachbarn ihren gewohnten Alltag fortsetzen, Märkte funktionieren und Institutionen ihren Betrieb aufrechterhalten, liegt die Annahme nahe, dass die Lage nicht wirklich kritisch sein kann. Sozialpsychologen bezeichnen dieses Phänomen als sozialen Beweis oder pluralistische Ignoranz : Einzelne hegen insgeheim Sorgen, verhalten sich aber in der Öffentlichkeit so, als gäbe es kein Problem, weil alle anderen scheinbar unbesorgt sind.

Darüber hinaus entsteht in modernen Gesellschaften ein ständiger Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Wirtschaftlicher Druck, familiäre Verpflichtungen, Unterhaltung, soziale Medien, politische Kontroversen und der unaufhörliche Strom täglicher Nachrichten fordern unsere kognitive Kapazität. Unmittelbare Sorgen verdrängen naturgemäß langfristige Perspektiven. Daher führt selbst ein echtes Bewusstsein für langfristige Risiken oft nicht zu nachhaltigem politischen Engagement. [13]

Die Herausforderung wird durch Unsicherheit noch verschärft. Die meisten gesellschaftlichen Risiken großen Ausmaßes lassen sich nicht präzise vorhersagen. Experten sind sich über Zeitpunkt, Schweregrad und mögliche Lösungsansätze uneins. Diese Unsicherheit dient oft als Ausrede für Aufschub. Bürger fragen sich, wem sie glauben sollen; Politiker zögern, kostspielige Maßnahmen zu befürworten; und Institutionen halten an bestehenden Strukturen fest. Das Ergebnis ist nicht unbedingt Verleugnung, sondern eine kollektive Tendenz, schwierige Entscheidungen so lange hinauszuzögern, bis die Umstände zum Handeln zwingen. [14]

Die Geschichte liefert zahlreiche Beispiele für solches Verhalten. Finanzblasen, Umweltzerstörung, nicht nachhaltige Finanzpolitik und geopolitische Krisen wurden häufig lange vor ihrem Zusammenbruch erkannt. Dennoch verharrten Gesellschaften oft auf den eingeschlagenen Pfaden, weil Veränderungen kostspieliger, unsicherer oder politisch schwieriger erschienen als die Beibehaltung des Status quo.

Dies bedeutet nicht, dass die Menschheit dazu verdammt ist, solche Muster auf unbestimmte Zeit zu wiederholen. Die Geschichte kennt auch Beispiele bemerkenswerter Weitsicht und kollektiven Handelns. Demokratische Gesellschaften haben erfolgreich Krisen im Bereich der öffentlichen Gesundheit bewältigt, Volkswirtschaften nach Kriegen wiederaufgebaut, Luft- und Wasserverschmutzung reduziert, schädliche Chemikalien schrittweise abgeschafft und internationale Institutionen geschaffen, die in der Lage sind, gemeinsam Herausforderungen anzugehen. Die Lehre daraus ist daher nicht, dass Menschen unfähig zur Veränderung sind, sondern dass sinnvolle Veränderungen selten von selbst geschehen. Bewusstsein muss in Organisation, Partizipation und nachhaltiges politisches Handeln umgesetzt werden. [15]

Die größte Gefahr liegt womöglich nicht in Feindseligkeit, Unwissenheit oder Bosheit. Vielmehr ist es die Selbstzufriedenheit: der tröstliche Glaube, dass jemand anderes das Problem bereits löst, dass der technische Fortschritt uns schon retten wird oder dass sich die Dinge morgen von selbst regeln werden. Zivilisationen gehen selten unter, weil es ihnen an Warnungen mangelt. Viel häufiger gehen sie unter, weil Warnungen erst dann zum Handeln anregen, wenn die verfügbaren Optionen bereits stark eingeschränkt sind . [16]

Sie lasen Teil 3 von 5: “Die Psychologie der Untätigkeit – warum wir nicht reagieren ”. Die Reihe wird nächsten Freitag mit Teil 4 von 5 fortgesetzt: “Das Ende des automatischen Fortschritts? – warum immer mehr Menschen spüren, dass etwas nicht stimmt ”.

Referenzen

Gegenwartsbias

Menschen bewerten unmittelbare Belohnungen systematisch höher als zukünftige Vorteile.

Dieses Phänomen zählt zu den robustesten Erkenntnissen der Verhaltensökonomie und trägt dazu bei, die chronische Unterinvestition in langfristige Herausforderungen zu erklären.

Zugehörig zu:

  • Daniel Kahneman [17]
  • Richard Thaler [18]

Normalitätsverzerrung

Die Menschen neigen dazu anzunehmen, dass zukünftige Bedingungen den gegenwärtigen ähneln werden.

Dies erklärt, warum Warnungen oft ignoriert werden, bevor es zu größeren Störungen kommt.

Pluralistische Ignoranz

Einzelne Personen können sich insgeheim Sorgen um ein Problem machen, während sie sich in der Öffentlichkeit so verhalten, als ob sie sich keine Sorgen machten.

Dadurch entsteht die Illusion, dass die Besorgnis weniger verbreitet sei, als sie tatsächlich ist.

Probleme kollektiven Handelns

Selbst wenn die meisten Menschen eine Bedrohung erkennen, warten Einzelpersonen möglicherweise darauf, dass andere die Kosten für deren Bekämpfung tragen.

Diese Erkenntnis ist zentral für weite Teile der modernen Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft.

3.2 Wichtige Gegenmeinungen

Ein ausgewogener Essay sollte auch Kritikpunkte an “Selbstzufriedenheitsnarrativen” berücksichtigen.

1. Das Adaptionsargument

Manche Wissenschaftler argumentieren, dass das, was wie Selbstzufriedenheit aussieht, in Wirklichkeit eine rationale Anpassung sein könnte.

Die Bürger können sich nicht ständig mit jedem globalen Problem auseinandersetzen.

Die meisten Menschen müssen Prioritäten setzen:

  • Arbeit,
  • Familie,
  • Gesundheit,
  • lokale Zuständigkeiten.

Aus dieser Perspektive sind alltägliche Sorgen keine Ablenkung, sondern die Grundlage sozialer Stabilität.

2. Die technologischen Optimisten

Denker wie Matt Ridley und andere argumentieren, dass Pessimisten die Innovationsfähigkeit der Menschheit systematisch unterschätzen.

Was wie Untätigkeit aussieht, könnte das Vertrauen widerspiegeln, dass zukünftige Technologien die aktuellen Probleme mindern werden.

3. Demokratische Realisten

Politikwissenschaftler stellen oft fest, dass die öffentliche Meinung in der Regel differenzierter ist, als Aktivisten annehmen.

Die Bürger erkennen möglicherweise Risiken und wägen gleichzeitig konkurrierende Prioritäten wie Wohlstand, Bezahlbarkeit, Sicherheit und persönliche Freiheit ab.

Die daraus resultierende Vorsicht mag frustrierend sein, ist aber nicht unbedingt unvernünftig.


[12] Sunstein, CR (2007). Worst-Case-Szenarien . Harvard University Press.

  • Sunstein analysiert, wie Einzelpersonen und Regierungen Risiken mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber hohen Auswirkungen wahrnehmen und darauf reagieren. Das Buch bietet wertvolle Einblicke, warum Gesellschaften auf manche Gefahren überreagieren und auf andere unterreagieren.

[13] Tuchman, BW (1984). Der Marsch der Torheit: Von Troja bis Vietnam . Knopf.

  • Tuchman untersucht historische Fälle, in denen Regierungen trotz deutlicher Warnungen eine Politik verfolgten, die ihren eigenen langfristigen Interessen zuwiderlief. Das Buch bietet eine überzeugende historische Perspektive auf institutionelle Trägheit und politischen Kurzfristdenken.

[14] Olson, M. (1965). Die Logik kollektiven Handelns: Öffentliche Güter und die Theorie der Gruppen . Harvard University Press.

  • Ein grundlegendes Werk der Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft. Olson erklärt, warum große Gruppen oft Schwierigkeiten haben, sich um gemeinsame Interessen zu organisieren, selbst wenn kollektives Handeln allen Beteiligten zugutekäme. Das Werk ist nach wie vor zentral für das Verständnis von Umwelt- und gesellschaftlichen Herausforderungen, die koordinierte Lösungsansätze erfordern.

[15] Ostrom, E. (1990). Die Bewirtschaftung der Gemeingüter: Die Entwicklung von Institutionen für kollektives Handeln . Cambridge University Press.

  • Ostrom bietet eine wichtige Korrektur zu übermäßig pessimistischen Darstellungen kollektiven Handelns. Anhand empirischer Fallstudien zeigt sie, dass Gemeinschaften sich erfolgreich organisieren können, um gemeinsame Ressourcen nachhaltig zu verwalten, wenn geeignete Institutionen und Anreize vorhanden sind.

[16] Diamond, J. (2005). Zusammenbruch: Wie Gesellschaften scheitern oder Erfolg haben . Viking.

  • Diamond untersucht historische Gesellschaften, die mit ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen konfrontiert waren. Obwohl einige seiner Interpretationen weiterhin diskutiert werden, ist sein Werk äußerst einflussreich, da es die Frage aufwirft, warum Warnungen mitunter nicht zu rechtzeitigem kollektivem Handeln führen.

[17] Kahneman, D. (2011). Schnelles Denken, langsames Denken . Farrar, Straus and Giroux.

  • Kahneman fasst jahrzehntelange Forschung zur menschlichen Urteilsbildung und Entscheidungsfindung zusammen. Besonders relevant ist die Diskussion kognitiver Verzerrungen, die die Wahrnehmung von Risiko, Unsicherheit und langfristiger Planung beeinflussen. Das Werk liefert eine wichtige Grundlage für das Verständnis, warum Gesellschaften oft Schwierigkeiten haben, auf weit entfernte Bedrohungen zu reagieren.

[18] Thaler, RH, & Sunstein, CR (2021). Nudge: Die endgültige Ausgabe . Yale University Press.

  • Dieses einflussreiche Werk untersucht, wie vorhersehbare Verzerrungen die Entscheidungsfindung auf individueller und kollektiver Ebene prägen. Die Autoren zeigen, warum Menschen häufig nicht in ihrem eigenen langfristigen Interesse handeln, selbst wenn Informationen leicht zugänglich sind.

Von der Lähmung zum Handeln – ein schrittweiser Ansatz

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